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NOZ: NOZ: Kinderkrebsstiftung beklagt "strukturelle Unterfinanzierung" der Kinderonkologien

Osnabrück (ots) - Vorsitzender Ropertz fordert einheitliche Vergütung für Behandlungszentren - Kritik an Reform der Pflegeausbildung

Osnabrück.- Die Deutsche Kinderkrebsstiftung fordert eine bundesweit einheitliche, kostendeckende Vergütung für die Behandlungszentren der Kinderonkologie. In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montag) sagte der Vorsitzende Ulrich Ropertz: "Die Finanzierung der vollstationären Behandlung ist unzureichend." Zum Beispiel würden die hohen Personalkosten bei der Behandlung von Kindern nicht berücksichtigt. Ropertz äußerte sich anlässlich des Internationalen Tages des krebskranken Kindes, der an diesem Montag begangen wird.

Der Vorsitzende der Deutschen Kinderkrebsstiftung beklagte eine "strukturelle Unterfinanzierung" der Kinderonkologien. Dies werde durch Spendengelder von Eltern- und Fördervereinen in einer Größenordnung von rund 16 Millionen Euro pro Jahr ausgeglichen. Auf Betreiben der Deutschen Kinderkrebsstiftung könnten die Kliniken mit den regionalen Kostenträgern so genannte Zentrumszuschläge vereinbaren. "Aber die meisten Kostenträger weigern sich, Zusatzkosten zu erstatten", kritisierte Ropertz. "Dies führt zu unannehmbaren regionalen Unterschieden in der Patientenversorgung."

Die Reform der Pflegeausbildung, die eine einheitliche Ausbildung von Kranken-, Alten- und Kinderkrankenpflegern vorsieht, lehnt der Vorsitzende der Deutschen Kinderkrebsstiftung ab. "Gerade Kinder brauchen eine spezielle Pflege", sagte Ropertz. "Die klassische Kinderkrankenpflege muss als Ausbildungsbereich und als Berufsziel erhalten bleiben." Kinderstationen, wie zum Beispiel eine Kinderonkologie, aber auch Intensivabteilungen oder Frühgeborenen-Stationen stellten hohe Anforderungen an die Kinderkrankenpflege und an deren Ausbildung und Spezialisierung. Eine General-Pflegeausbildung würde den Belangen der schwerstkranken Kinder nicht gerecht. "Sie würden zu den Verlierern der Reform der Pflegeberufe werden."

Krebs ist nach Angaben von Ropertz die häufigste tödliche Krankheit bei Kindern und Jugendlichen. In Deutschland seien jedes Jahr etwa 2000 Patienten neu davon betroffen. Die häufigsten Erkrankungen seien Leukämien (34 Prozent), gefolgt von Hirntumoren (23 Prozent) und Neuroblastomen (acht Prozent). Heute würden rund 80 Prozent aller Kinder und Jugendlichen mit Krebserkrankungen überleben. "Damit ist der Kampf gegen Krebs bei Kindern eine der großen Erfolgsgeschichten der Medizin", sagte der Vorsitzende der Deutschen Kinderkrebsstiftung.

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