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NOZ: Nachricht zu Srebrenica-Mütter

Osnabrück (ots) - Srebrenica-Mütter drängen Merkel zu Sonderstatus für Stadt Srebrenica

Hinterbliebene beklagen Diskriminierung durch serbisch-bosnische Behörden - Offener Brief an Bundeskanzlerin

Osnabrück.- Die Organisation Srebrenica-Mütter drängt Bundeskanzlerin Angela Merkel, sich für einen Sonderstatus der Stadt Srebrenica in Bosnien-Herzegowina einzusetzen. Seit dem Massaker an rund 8000 Männern vor zehn Jahren würden deren Hinterbliebene von serbisch-bosnischen Behörden diskriminiert, schreibt die Präsidentin der Organisation, Hatidza Mehmedovic, in einem offenen Brief an die Bundeskanzlerin, der der Neuen Osnabrücker Zeitung vorliegt. Den Brief will Mehmedovic, Merkel am Donnerstag bei einem Treffen in Sarajevo übergeben.

"Wir als Rückkehrerinnen in Heime, aus denen wir mit schrecklichen Verbrechen vertrieben wurden, sind täglich Provokationen und Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt", schreibt Mehmedovic. Verantwortliche für Genozid und Verbrechen an Kindern seien nicht verhaftet worden und übten wichtige Ämter in öffentlichen Institutionen wie Polizei und Justiz aus.

Srebrenica liegt in der Republika Srpska, dem serbisch kontrollierten Teil Bosnien-Herzegowinas. Als die Stadt im Abkommen von Dayton 1995 dem serbischen Teil zugeteilt worden sei, seien die Täter belohnt worden, kritisieren die "Srebrenica-Mütter". "Wir sind sehr enttäuscht über das Verhältnis der westlichen Mächte gegenüber Srebrenica und uns überlebenden Opfern des Genozids", schreibt Mehmedovic, die zugleich Koordinatorin der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in Bosnien-Herzegowina ist.

Der Verein Srebrenica-Mütter bittet die Bundeskanzlerin in ihrem Schreiben zudem um ein internationales Programm zum Wiederaufbau der Wirtschaft in Srebrenica und um Unterstützung von Anstrengungen zur Suche nach Vermissten und zur Bestrafung von Tätern.

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