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NOZ: Gespräch mit Rudolf Seiters, Präsident des Deutschen Roten Kreuzes

Osnabrück (ots) - DRK-Präsident zieht positive Bilanz der Ebola-Nothilfe

"Wunderbare Nachrichten aus Westafrika" - Seiters: Jetzt nicht nachlassen

Osnabrück. Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Rudolf Seiters, hat eine überwiegend positive Bilanz des Ebola-Nothilfe Einsatzes in Westafrika gezogen. "Die Zahl der Neuinfektionen ist stark rückläufig", sagte Seiters der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwoch) zu dem Vorwurf von "Ärzte ohne Grenzen", es sei zu zögerlich Hilfe geleistet worden.

Auch dass Liberia schon bald offiziell als Ebola-frei gelten könne, sei eine "wunderbare Nachricht". Dennoch dürften die Hilfsorganisationen mit ihrer Unterstützung jetzt nicht nachlassen. Darum werde das DRK auch nach Beendigung der akuten Nothilfe-Maßnahmen in Liberia bleiben. "Es kommt jetzt darauf an, dass die internationale Gemeinschaft die betroffenen Länder beim Aufbau eines funktionierenden Gesundheitssystems nicht allein lässt", sagte Seiters. Vom DRK und vom Internationalen Roten Kreuz seien in den vergangenen Monaten in Westafrika Tausende von lokalen Helfern im Kampf gegen Ebola ausgebildet worden, um das Risiko für künftige Epidemien zu begrenzen. Außerdem verfügt das DRK nach den Worten von Seiters durch seine Arbeit in Sierra Leone und Liberia inzwischen über einen Stamm von deutschen Helfern, die speziell ausgebildet sind und für künftige Einsätze gegen Ebola infrage kommen.

Nach Ansicht der Organisation "Ärzte ohne Grenzen" hat die internationale Gemeinschaft bei der Ebola-Epidemie in Westafrika mit mehr als 10 000 Toten versagt. In Zukunft müsse humanitäre und medizinische Hilfe sehr viel schneller und flexibler werden.

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