Neue Osnabrücker Zeitung

Neue OZ: Interview mit Michael Vassiliadis, Chef der IG Bergbau, Chemie und Energie

Osnabrück (ots) - Chef der IG Bergbau, Chemie und Energie warnt Bund vor Aushöhlung des Streikrechts

"Für jede Gewerkschaft unverzichtbar" - Vassiliadis: Wir kämpfen dafür

Osnabrück.- Gewerkschaftschaftschef Michael Vassiliadis hat den Bund trotz der in dieser Woche zu erwartenden Arbeitsniederlegungen von Lokführern und trotz der Zugausfälle vor einer Aushöhlung des Streikrechts gewarnt. In einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montag) erklärte Vassiliadis, das Streikrecht sei fundamental und unverzichtbar für jede Gewerkschaft. Nötig sei eine Debatte um den Wert der Tarifeinheit und nicht über mögliche Belästigungen durch Streiks. In Deutschland habe sich eine gut funktionierende Sozialpartnerschaft entwickelt, sagte der Vorsitzende der IG Bergbau, Chemie und Energie. Dieses Modell habe sich gerade auch in der Bewältigung der größten Finanz- und Wirtschaftskrise der Nachkriegsgeschichte in den Jahren 2008/09 bewährt. "Deshalb halten wir daran fest und kämpfen dafür", sagte Vassiliadis. Mit ihren Streiks hat die kleine Gewerkschaft der Lokführer (GDL) schon mehrfach den Verkehr in Deutschland lahm gelegt. Das Bundesarbeitsministerium sieht darin einen Angriff der Spartengewerkschaften auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt und arbeitet derzeit an einem Gesetz zur Tarifeinheit.

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Gewerkschaftschef begrüßt Unterstützung der Union bei Abbau der kalten Progression

Vassiliadis: Guter Zeitpunkt für Steuerreform - "Enorme Ungerechtigkeiten jetzt abbauen"

Osnabrück.- Gewerkschaftschef Michael Vassiliadis hat den Vorstoß aus der Union für den Abbau der kalten Progression begrüßt. In einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montag) erklärte Vassiliadis, es sei derzeit ein guter Zeitpunkt für die Beseitigung enormer Ungerechtigkeiten in Deutschlands Steuersystem. Da sei Unterstützung nützlich, "auch aus Ecken, wo man das nicht unbedingt hätte vermuten können". Der Vorsitzende der IG Bergbau, Chemie und Energie verwies darauf, dass ein Handwerker in der chemischen Industrie - verheiratet, zwei Kinder - von 2010 bis 2014 eine Entgelterhöhung von insgesamt 12,6 Prozent erhalten habe. Die Lohnsteuer habe sich im gleichen Zeitraum um 23 Prozent erhöht. "Das kann so nicht weiter gehen, hier muss endlich gegengesteuert werden", forderte Vassiliadis die Bundesregierung zum Handeln auf.

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IG Bergbau, Chemie und Energie: Fracking nicht einfach verbieten

Gewerkschaftschef fordert "nicht-ideologische Debatte" - Vassiliadis: Positive Effekte in den USA nicht zu übersehen

Osnabrück.- Der Vorsitzende der IG Bergbau, Chemie und Energie, Michael Vassiliadis, hat davor gewarnt, Fracking in Deutschland "einfach zu verbieten." In einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montag) forderte Vassiliadis eine "ernsthafte, nicht-ideologische Debatte" über diese Form der Gasgewinnung. In den USA seien positive wirtschaftliche Effekte nicht zu übersehen. "Es ist unverantwortlich, vorschnell die Tür zuzumachen"; sagte Vassiliadis. Bis zur Komplettversorgung mit erneuerbaren Energien sei es noch ein sehr langer Weg.

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