Neue Osnabrücker Zeitung

Neue OZ: Interview mit der Schauspielerin Simone Thomalla

Osnabrück (ots) - Simone Thomalla möchte "in Kepplers Armen sterben"

So wünscht sich die Schauspielerin ihren Abschied vom "Tatort" - Kritik an Drehbüchern - Wachsende Skepsis gegenüber dem Internet - 48-Jährige hört neuerdings Rammstein

Osnabrück.- Simone Thomalla, Leipziger "Tatort"-Kommissarin auf Abruf, sieht in der mangelnden Qualität der Drehbücher einen wichtigen Grund für die schwindende Akzeptanz des Formats: "Da ist man als Schauspieler machtlos, denn wir sitzen nicht in der Entscheidungskette," sagte die 48-Jährige der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstagausgabe).

"Wir haben uns natürlich bemüht und viele Gespräche geführt, die manchmal fruchteten, oft aber auch nicht," fügte Thomalla hinzu. "Martin Wuttke und ich haben alles getan, damit die Bücher besser werden, aber unser anfänglicher Enthusiasmus wurde schon ein bisschen gedämpft. Die Konsequenz wäre gewesen, selbst die Reißleine zu ziehen, was wir aber ja nicht gemacht haben, denn die goldenen Zeiten, in denen man jedes Jahr aus 50 Büchern aussuchen konnte, sind vorbei."

Für die Schlussszene ihre letzten "Tatorts", den die ARD im nächsten Jahr ausstrahlen wird, hat die Schauspielerin eine klare Wunschvorstellung: "Ich möchte in Kepplers Armen sterben. Warten wir's ab. Auch diese Entscheidung liegt nicht bei uns."

Zugesetzt haben Thomalla offenbar auch viele Dinge, die sie im Internet über sich lesen musste: "Das sehe ich mir nicht mehr an. Bei all dem, was im Internet möglich ist, anonym verbreitet wird und nicht rückgängig gemacht werden kann, wird mir ganz anders. Ich habe keine Lust, mir menschenverachtende Kommentare von frustrierten bösartigen Wesen durchzulesen, die mit ihrem Leben nichts Besseres anzufangen wissen. Und die richten dann über Leute, die sich bemühen, ihre Arbeit gut zu machen."

Seitdem ihre Tochter Sophia mit Rammstein-Sänger Till Lindemann liiert ist, höre sie zu Hause mittlerweile auch dessen Musik, berichtete Thomalla weiter: "Nicht von früh bis abends, aber natürlich beschäftige ich mich mit dem Freund meiner Tochter und mit dem, was er macht. Und da muss ich sagen: Ich war im Vorfeld genauso oberflächlich wie viele andere und habe gesagt: Rammstein...oh nein, diese Hottentotten-Musik." Mittlerweile habe sie auch ein Konzert besucht - und fand es "großartig".

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