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Neue OZ: Kommentar zu Ai Weiwei

Osnabrück (ots) - Chinas perfider Druck

Es ist nur ein kleines Zeichen, das die chinesische Regierung in Sachen Ai Weiwei setzt: Das Verfahren wegen Steuerhinterziehung spielt offenbar keine Rolle mehr, der Künstler darf arbeiten, seine Kunst verkauft sich gut. Lediglich reisen darf er nicht. Schikane? Nicht nur. Die Behörden üben auf perfide Art und Weise Druck aus: Vielleicht geben sie morgen Ais Reisepass zurück. Vielleicht wird ihm auch generell verboten, seine Kunst auszuüben. Nun ist Ai Weiwei nur ein prominentes Opfer chinesischer Obrigkeitswillkür: Die Liste mit Dissidenten, die im Gefängnis sitzen oder saßen, ist lang. Denn China missachtet nicht nur die Reisefreiheit, die Regierung verweigert Meinungsfreiheit. Chinesische Journalisten, Autoren, Künstler wissen ein trauriges Lied davon zu singen. Klaus Staeck sollte daher gar nicht an die Bundeskanzlerin appellieren müssen, für Ai Weiweis Reisefreiheit zu kämpfen: Die Frage der Menschenrechte sollte ohnehin auf ihrer Tagesordnung stehen. Staeck lenkt darauf mithilfe Ai Weiweis das Augenmerk: Wieder zu Hause, muss Angela Merkel mit der Frage rechnen, was sie in puncto Menschenrechten in China erreicht hat.

Ralf Döring

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