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Neue OZ: Neue OZ - Gespräch mit Viviane Reding, Vizepräsidentin der EU-Kommission

Osnabrück (ots) - Microsoft will EU-Server für EU-Kunden

Vizepräsidentin der EU-Kommission Reding lobt Vorstoß - Bitkom: Vorstoß vertrauensbildend

Osnabrück. Die Vizepräsidentin der EU-Kommission Viviane Reding hat den Vorstoß des US-Internetgiganten Microsoft begrüßt, seinen Kunden außerhalb der USA künftig zum Schutz vor Datenspionage zu erlauben, ihre Daten auf ausländischen Servern zu speichern. "Dieser Ansatz zeigt: Wer Datenschutz ernst nimmt, wird künftig die Nase vorn haben", sagte Reding in einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitagausgabe). Der Chef der Rechtsabteilung des Unternehmens Brad Smith hatte in der Financial Times angekündigt, dass ausländische Kunden wegen der Datensammlungsprogramme der NSA künftig wählen können sollen, in welchem Microsoft Data Center sie ihre Daten speichern lassen möchten. Für Europäer könnte dies zum Beispiel das Rechenzentrum in Irland sein. Andere US-Anbieter seien allerdings vehement gegen einen solchen Schritt, hieß es. Immer mehr Unternehmen stellten fest, dass Vertrauen die Währung des digitalen Zeitalters sei und passten ihre Geschäftspraktiken entsprechend an, lobte dagegen Reding das Vorhaben von Microsoft. "Datenschutz wird zunehmend zu einem Verkaufsargument und zu einem Wettbewerbsvorteil."

Reding ist auch die treibende Kraft bei der umstrittenen Reform der europäischen Datenschutzregeln, die sich aber nicht zuletzt wegen des starken Widerstands der Bundesregierung bis nach der Europawahl im Mai verschieben wird. Auch der Sprecher des Branchenverbandes Bitkom, Maurice Shahd, begrüßte gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung" den Vorstoß von Microsoft: "Immer mehr Kunden verlangen, dass ihre Daten in Rechenzentren innerhalb Deutschlands oder Europas verarbeitet und zuverlässig vor dem Zugriff der Überwachungsbehörden geschützt werden," betonte Shahd. Insofern seien die Pläne von Microsoft "ein Beitrag, nach der NSA-Affäre verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen." Shahd wies allerdings darauf hin, dass "auch aus Europa stammende Unternehmen, die in den USA geschäftlich tätig sind, der amerikanischen Gesetzgebung unterliegen." Ebenso unterliege Microsoft in Deutschland selbstverständlich dem hier geltenden, deutschen Recht. "Dass die Geheimdienste dennoch Mittel und Wege gefunden haben, auf Daten zuzugreifen, steht auf einem anderen Blatt", so der Bitkom-Sprecher.

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