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Neue OZ: Kommentar zu Theater

Osnabrück (ots) - Heraus aus der Abseitsfalle

Ulrich Khuon hat den Finger in eine entscheidende Lücke gelegt. Wer auch immer gegen die angeblich zu großen Theateretats in Kommunen argumentiert, wenn die Kassen knapp sind, der übersieht gern eines: Theater sind seit Jahrzehnten zu sehr flexiblen und effizienten Betrieben geworden. Sie erwirtschaften sich einen guten Teil ihrer Einnahmen selbst, gehen mit ihrer Produktivität bis hart an die eigenen Leistungsgrenzen und bewältigen dieses straffe Pensum mit immer weniger Personal. Auf üppigen Subventionen ruht sich da keine Bühne mehr aus,

Es besteht also realer Grund für das neue Selbstbewusstsein, von dem Khuon spricht. Bühnen müssen aus der Abseitsfalle herauskommen, in die sie hineingeredet wurden. Denn es ist ein erklärter politischer Wille, der ihre Arbeit mit Zuschüssen unterstützt. Bühnen haben einen Bildungsauftrag zu erfüllen, der an diese öffentlichen Gelder geknüpft ist. Deshalb kann und darf nicht der freie Markt regeln, was auf dem Spielplan steht. Einzelne Bundesländer sollten wirklich noch einmal über diesen Auftrag nachdenken, wenn sie ihre Theater finanziell vor die Wand fahren lassen. Aufgaben wiegen nicht leichter dadurch, dass sie nicht verpflichtend sind.

Christine Adam

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