Neue OZ: Kommentar zu Lebensmittel
Eier

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Osnabrück (ots) - Ermittler in Zugzwang

Wie beim Pferdefleisch-Skandal steht auch in der Eier-Affäre nicht die Gesundheit der Verbraucher auf dem Spiel. Und wie bei der Täuschung bei Lasagne und Co sind offenbar Betrüger am Werk. Die Erkenntnis wächst: Dahinter steckt Methode. Wenn sich der Verdacht bestätigt.

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat sich jedenfalls in Zugzwang gebracht. Sie muss nun, nach eineinhalb Jahren Ermittlungen, schnell liefern. Ansonsten setzt sie sich dem Vorwurf aus, keine Belege für ihre Vorwürfe in der Hand zu haben. In einem Punkt haben sich die Ermittler schon jetzt einen Bärendienst erwiesen: Sie wollen sich partout nicht äußern, wie viele Bio-Betriebe und wie viele Höfe mit konventioneller Freiland-, Boden- oder sogenannter Kleingruppenhaltung unter den 150 Fällen sind.

Mit dieser Schweigetaktik befeuern die Staatsanwälte aber genau die Schieflage, die sich nun in der Öffentlichkeit breit- macht. Fakt ist jedoch: Es geht gar nicht hauptsächlich um Bio-Eier. Vielmehr handelt es sich um Schmu bei den Legehennenzahlen, und zwar, wie auch Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer noch einmal deutlich gemacht hat, vor allem in der Freiland- und Bodenhaltung. Es wird eine knifflige Aufgabe sein, Kontrollen künftig effizienter zu gestalten. Einzeln zählen kann man die Tiere jedenfalls kaum.

Klaus Jongebloed

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