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Neue OZ: Kommentar zu ThyssenKrupp

Osnabrück (ots)

Weiterer Tiefpunkt

Der Fisch stinkt immer vom Kopf her. Bester Beleg für diese These ist der tief in die Verlustzone gesunkene ThyssenKrupp-Konzern. Gerade erst hat sich das Unternehmen wegen Luxusreisen auf Firmenkosten sowie der Kostenexplosion bei den Stahlwerken in Brasilien und den USA von drei Vorständen getrennt. Nun gerät ein weiterer Führungsmann in die Kritik: Aufsichtsrat Bertin Eichler. Zerknirscht räumt der hochrangige IG-Metall-Funktionär das Feld, weil er eingestehen musste, extrem teure Firmenreisen unternommen zu haben.

Dass Eichler sich dadurch hat milde stimmen lassen und seine Kontrolltätigkeit beeinflusst wurde, ist nicht mehr als eine Vermutung, eine allzu naheliegende allerdings. Erinnerungen werden wach an die VW-Schmiergeldaffäre. Luxusreisen waren auch bei Volkswagen ein beliebtes Mittel, Arbeitnehmervertreter bei Laune zu halten. Abstecher ins Rotlichtmilieu sorgten für weitere unrühmliche Höhepunkte.

ThyssenKrupp ist indessen an einem Tiefpunkt angelangt. Fünf Milliarden Euro Verlust sowie Kartell- und Korruptionsaffären sind deutliche Zeichen: Dieser Konzern wird nicht nur miserabel geführt, sondern auch unzureichend kontrolliert. Glaubt man Aktionärsberatern, hat allen voran Aufsichtsratschef Gerhard Cromme versagt. Das Ergebnis: ein Debakel für den Konzern, vor allem aber für Arbeitnehmer und Aktionäre, die jetzt die Folgen ausbaden müssen.

Uwe Westdörp

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