Neue Osnabrücker Zeitung

Neue OZ: Kommentar zu Konjunktur
GfK
Konsumklima

Osnabrück (ots) - Abgestumpft

Eigentlich müsste doch jedem angst und bange sein: Euro-Krise, Griechen-Pleite und Finanzchaos dominieren seit Monaten die Schlagzeilen, der ganz große Kollaps scheint zum Greifen nah. Und doch passiert weiterhin nichts, was Auswirkungen auf das reale tägliche Leben der deutschen Bevölkerung hätte. Die Konsumlust ist hierzulande jedenfalls ungebrochen, wie die GfK vermeldet. Warum auch nicht? Schließlich geht es der Mehrheit der Menschen in Deutschland momentan gut, und die Arbeitslosigkeit ist niedrig. Betrachten und bewerten die Menschen also einfach ihre persönliche Situation und handeln mit angemessener Euphorie? Möglich. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass sich bei einem Großteil der Bevölkerung durch die ständigen Warnungen, Krisenmeldungen und Untergangsszenarien einfach eine Gleichgültigkeit und Schockresistenz eingestellt hat. Bei den teils irreal wirkenden Beträgen der in penetranter Regelmäßigkeit beschriebenen neuen und alten Schuldenberge, Schutzschirme und Rettungsprogramme ist das kein Wunder.

Dass die Zukunft ungewiss bleibt, scheint durchaus bewusst zu sein. Das ist allerdings immer so. Frei nach dem Motto: "Augen zu und durch" geht es schon irgendwie weiter. Vorbild ist in dieser Hinsicht vor allem die häufig reaktiv handelnde Bundesregierung. Dass die Menschen ihr Geld trotz ständiger Horrormeldungen lieber weiter ausgeben, zeigt, dass sie abgestumpft sind.

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