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Neue OZ: Kommentar zu Einkommen
Vorstandsvergütung

Osnabrück (ots)

Verrückt

Alles nur Neid: So lautet eine fast schon reflexhafte Reaktion, wenn hohe Vorstandsgehälter ins Gerede kommen. Mehr als ein Ablenkungsmanöver ist das nicht. Denn es gibt immer wieder gute Gründe, allzu hohe Managerbezüge zu hinterfragen. Schlechte Erfahrungen mahnen jedenfalls zur Vorsicht. So ist es noch gar nicht lange her, da musste der Staat die Wirtschaft infolge der Bankenkrise mit Milliardenbeträgen stützen, während viele Manager gleichzeitig Millionenabfindungen kassierten.

Natürlich sollte sich Leistung lohnen. Auch gibt die Vertragsfreiheit jedem Unternehmen das Recht, so hohe Gehälter zu zahlen, wie es will. Allerdings kann es nicht sein, dass Firmen einerseits auf Autonomie pochen, andererseits aber um Hilfen bitten, wenn es ihnen schlecht geht. Auffallend ist auch die wachsende Kluft zwischen Topgehältern und dem Einkommen von Durchschnittsverdienern. Wenn der eine vierhundertmal mehr verdient als der andere, dann sind die Maßstäbe verrückt. Auch die Rekordboni, die gegenwärtig an Beschäftigte der Autoindustrie ausgeschüttet werden, ändern daran nicht viel.

Am wichtigsten aber bleibt es, falsche Anreize zu vermeiden. Nicht alles, was den Aktienkurs beflügelt, muss gut sein für ein Unternehmen. Gewinnmaximierung darf immer nur eines von mehreren Zielen sein, neben den langfristigen Perspektiven eines Unternehmens.

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