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Neue OZ: Kommentar zu Museen
Ausstellungen
Dürer

Osnabrück (ots) - Zum Wohl der Kunst

Das Gerangel um Albrecht Dürers Selbstbildnis erinnerte an ein Paar, das in Scheidung lebt: Da werden schlimmstenfalls sogar die gemeinsamen Kinder instrumentalisiert. Das hilft niemandem wirklich, aber der Schaden für die Kinder ist immens. Und oft müssen Behörden einschreiten, um die Sache halbwegs glimpflich zu beenden.

Im konkreten Fall haben Politiker Dürers Bild instrumentalisiert, um sich taktische Vorteile zu verschaffen, wie erbärmlich. Denn die Kunstexperten warnten schon lange vor den Gefahren eines Transports. So nachvollziehbar die Wünsche der Nürnberger Kuratoren auch sein mögen: Wer die Ausleihe des Selbstporträts einfordert, nimmt irreversible Schäden an dem Bild billigend in Kauf. Und das wegen einer Handvoll Wählerstimmen.

Klar könnte man auf andere Kunstwerke verweisen, etwa die "Mona Lisa", die auch schon auf Reisen geschickt wurde. Aber niemand wird gezwungen, die Fehler anderer Museen zu wiederholen. Das Wohl des Kunstwerks hat oberste Priorität.

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