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Neue OZ: Kommentar zu Jemen/Bomben

Osnabrück (ots) - Große Sicherheitslücken

Unfassbar: El Kaida kann seine Bomben offensichtlich relativ problemlos per Luftfracht nach Europa schicken. Hätten die Geheimdienste Saudi-Arabiens und der USA die Terroranschlagspläne im Jemen nicht noch rechtzeitig aufgedeckt, wären wohl beide Pakete entweder in einem Passagierflugzeug oder in einer amerikanischen Synagoge zur Explosion gebracht worden. Selbst in Deutschland sind die Sicherheitslücken bei der Luftfracht so eklatant, dass ein Bomben-Paket am Flughafen Köln/Bonn zur Weiterreise nach London umgeladen wurde. Von der hochexplosiven Fracht ahnte bis zur Warnung der Geheimdienste niemand etwas.

Für dieses Versagen trägt Bundesinnenminister de Maizière eine Mitverantwortung, der die reale Bedrohungslage oft verharmlost hat. Nun behauptet er: "Es gab auch wenig Hinweise, dass es jetzt Anschläge über die Luftfracht gibt. Dies ist ein neuer Vorgang." Das ist entweder eine Notlüge oder Unwissenheit. Schließlich sind seit Jahren die Sicherheitsmängel bei der Luftfracht in Deutschland und in weiten Teilen der Welt bekannt.

Vor Monaten wiesen die USA ihre Behörden an, dass jedes einzelne Frachtgut auf Sprengstoff untersucht werden muss. Viele europäische Staaten lehnen dies jedoch mit Hinweis auf zu hohe Kosten ab. Damit muss endlich Schluss sein. Die Verkehrs- und Innenminister der Europäischen Union haben zügig ein abgestimmtes Sicherheitskonzept umzusetzen. Die Gefahrenabwehr muss dabei oberste Priorität genießen. Die Zeit drängt, denn der nächste Angriff kommt bestimmt.

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