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Neue OZ: Kommentar zu Verbraucher
Warendiebstahl

Osnabrück (ots) - Sinnvoller investieren

Glaubt man dem Globalen Diebstahlbarometer, fügen Mitarbeiter von Supermärkten und Geschäften ihren Arbeitgebern einen Milliardenschaden zu - rund ein Viertel des gesamten Diebesgutes verschwindet demnach in ihren Taschen.

Diebstahl ist eine Straftat und in keiner Weise zu tolerieren. Aber angesichts des Umfangs gestohlener Waren stellt sich die Frage, warum gerade Beschäftigte im Einzelhandel derart schamlos zugreifen sollen. Zumal die Konsequenzen erheblich sind. Wie in jeder anderen Branche muss ein Mitarbeiter bei Diebstahl mit fristloser Kündigung rechnen. Dabei kommt es kaum auf den Schaden an. Selbst Kündigungen wegen geringer Werte wie Pfandbons beschäftigen immer wieder die deutschen Arbeitsgerichte.

Möglicherweise besteht zumindest bei einem Teil der Mitarbeiter ein Zusammenhang zwischen Bezahlung und Tat. Eine stehlende Verkäuferin, die für 1400 Euro brutto im Monat den ganzen Tag hinter der Kasse stehen muss und sich einen großen Teil der Einkäufe ihrer Kunden nicht leisten kann, ist leichter verführbar. Der Einzelhandel sollte deshalb vielleicht einfach darüber nachdenken, ob es nicht wirtschaftlich sinnvoller ist, in ordentlich bezahlte Mitarbeiter zu investieren, als riesige Summen in Überwachungstechnik zu stecken.

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