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Neue OZ: Kommentar zu Kirche
Missbrauch
Bischöfe

Osnabrück (ots) - Vorbild für andere

Länger als zunächst geplant hat die Deutsche Bischofskonferenz für die Korrektur der Leitlinien zum sexuellen Missbrauch benötigt. Doch es war richtig, sorgfältig und nicht überstürzt vorzugehen. Die neuen Regeln sind ein Fortschritt; sie können als Vorbild für andere Gruppen wie Sportvereine dienen. Beraten von Juristen, Medizinern und Psychologen, haben die Bischöfe die Regeln präziser gefasst und erweitert. So gelten die Vorschriften künftig nicht nur für Priester. Nur so lässt sich Vertrauen zurückgewinnen. Wie weit aber die Regeln in der Praxis taugen, muss sich erst zeigen. Daher ist es richtig, sie bereits nach drei Jahren zu überprüfen.

Besonders schwierig war die Abwägung zwischen dem Opferschutz und einer generellen Anzeigepflicht bei der Staatsanwaltschaft. In dieser Frage wichen die Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz von den härteren Regeln der bayerischen Bischöfe ab. Der jetzt gefundene Kompromiss mit einer Widerspruchslösung gegen eine Strafanzeige in Ausnahmefällen führt zu Einheitlichkeit. Die Regelung berücksichtigt auch die Interessen der Opfer angemessen. Daher ist die Kritik von Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger unverständlich. Denn von Vertuschen kann bei Anwendung der Regeln keine Rede mehr sein.

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