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Neue OZ: Kommentar zum Australien
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Osnabrück (ots) - Nach dem Putsch das Patt

Noch ist völlig ungewiss, wer nach der Parlamentswahl in Australien die Nase vorn hat, ob es überhaupt eine stabile Regierung auf dem fünften Kontinent geben wird. Eines ist allerdings sicher: Noch-Premierministerin Julia Gillard hat mit ihrem Putsch gegen den damaligen Labour-Chef Kevin Rudd einen Pyrrhussieg davongetragen.

Dieser könnte sie noch teuer zu stehen kommen. Die Juristin ist nämlich gewissermaßen Wiederholungstäterin: In einer parteiinternen Revolte vor vier Jahren - damals noch gemeinsam mit Rudd - stürzte sie den Parteivorsitzenden Kim Beazley. Das Patt bei der Parlamentswahl ist nicht nur untrügliches Zeichen für den Unmut der Wähler über derartige knallharte Machtpolitik. Die Hängepartie dürfte vor allem Kritiker aus der eigenen Partei auf den Plan rufen - und die Auflösungserscheinungen von Labour noch verstärken.

Der konservative Konkurrent Tony Abbott ist somit in einer recht komfortablen Lage. Ob er allerdings die Gruppe der Unabhängigen oder gar die Grünen auf seine Seite ziehen kann, bleibt abzuwarten. Die Umweltfreunde dürften große Schwierigkeiten mit Abbots Ankündigung haben, Klimaschutz im Land der Kängurus klein zu halten - ein Zugeständnis an die mächtige Bergbauindustrie. Vermutlich wird auch der von Rudd geplante Emissionshandel mit Zertifikaten für die Verschmutzung durch Treibhausgase auf der Strecke bleiben. Für Klimaschützer keine guten Nachrichten.

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