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Neue OZ: Kommentar zu Pakistan

Osnabrück (ots) - Beschämend wenig

Vor Tagen forderte ein Spitzenpolitiker der Grünen eine Machtbeteiligung von Taliban-Chef Mullah Omar in Afghanistan. Selbst der kleinste Aufschrei der Empörung blieb in Berlin seltsamerweise aus. Ist denn schon vergessen, was für ein Edelmann Omar ist? Er ist Chef der Radikalislamisten, die vermeintliche Ehebrecherinnen steinigen, Schülerinnen Säure ins Gesicht gießen und selbst angebliche Spione im Alter von sieben Jahren aufhängen.

Jetzt griffen die Taliban im Katastrophengebiet von Pakistan mehrere Polizeiposten an. Während die Armee versucht, das Leben unschuldiger Männer, Frauen und Kinder zu retten, feuern die Fanatiker mit der Kalaschnikow. Zugleich warnen sie die Notleidenden, Hilfe aus den USA und Europa anzunehmen. Auch wenn immer mehr Politiker im Westen die Taliban peinlich umgarnen, weil sie den Krieg um den Preis einer Niederlage beenden möchten: Die Radikalislamisten sind keine Verhandlungspartner, sondern Fanatiker. Sie gehören nicht auf Regierungsbänke, sondern vor Gericht. Die pakistanische Bevölkerung weiß dies. Mit großer Mehrheit hat sie den Radikalen bei den vergangenen Wahlen eine herbe Niederlage zugefügt. Jetzt warten 20 Millionen Pakistaner auf Hilfe. Das Land darf an der Flutkatastrophe nicht zerbrechen. Die Internationale Gemeinschaft muss endlich den Ernst der Lage realisieren. Die deutsche Regierung will 15 Millionen Euro direkt bereitstellen - das ist beschämend wenig.

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