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Neue OZ: Kommentar zu Tarifgehältern

Osnabrück (ots) - Höchste Zeit für mehr Geld

Gut gefüllte Auftragsbücher, entspannter Arbeitsmarkt, satte Gewinne - der Aufschwung ist da. Höchste Zeit, dass jetzt auch die Löhne steigen. Wer wie Millionen IG-Metaller in der Krise auf Lohnerhöhungen verzichtet hat, muss jetzt am Aufschwung beteiligt werden.

Dafür sprechen nicht nur ein gesundes Gerechtigkeitsempfinden, sondern auch handfeste wirtschaftliche Gründe: Erst wenn die Binnennachfrage anzieht und die Deutschen ihr Geld wieder ausgeben, statt zu sparen, kann der Aufschwung nachhaltig sein.

Ökonomen haben errechnet, dass derzeit mehr als zehn Prozent des Volksvermögens aus Angst vor Arbeitslosigkeit oder einer neuen Krise auf den Sparbüchern liegen - totes Kapital. Erst wenn es gelingt, diesen Angstsparern wieder Mut zum Geldausgeben zu machen, wird der Aufschwung nicht zum Strohfeuer werden.

Im Interesse der Gesamtwirtschaft brauchen die Arbeitnehmer in Deutschland in den nächsten Monaten mehr Geld in der Lohntüte. Die Tarifabschlüsse im Aufschwungjahr 2010 sollten oberhalb von Produktivitätszuwachs und Inflationsausgleich liegen - also bei mindestens drei Prozent. Wobei die Gewerkschaften bei den Tarifverhandlungen Rücksicht auf Betriebe nehmen müssen, die der Aufschwung nicht erreicht hat. Der Produktivitätszuwachs war in den vergangenen Monaten von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich. Das muss im Zweifel auch für die Lohnzuwächse gelten.

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