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Neue OZ: Kommentar zu Fußball
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Löw

Osnabrück (ots) - Deutschland atmet auf

Ganz Deutschland wollte ihn. Dieser Gunstbezeugung konnte sich Joachim Löw nicht entziehen. Warum auch? Er hat eine Mannschaft aufgebaut, die Perspektive verspricht. Er hat ein Team gefunden, das hohe Sympathiewerte in der Bevölkerung genießt. Und über allem steht die Leistung des 50-Jährigen, bei der WM eine Formation präsentiert zu haben, die viele Zweifler Lügen strafte. Löw war angefeindet worden, weil er Kuranyi nicht ins Aufgebot berief, weil er Frings ausmusterte und weil er auf Nobodys setzte wie Bayern-Stürmer Thomas Müller. Keine Frage, der Bundestrainer hat ein Auge für vielversprechende Spieler, und er besitzt die Fähigkeit, eine Mannschaft auf den Punkt zur Höchstleistung zu bringen. Das hat er schon in der Ära Klinsmann geschafft, als er die taktischen Finessen austüftelte.

Es ist Löws Verdienst und das seines Trainerstabes, dass vor wenigen Wochen in Deutschland eine fast vergleichbare Euphorie wie beim Sommermärchen entfacht worden war. Das positive Bild, das die deutschen Fußball-Botschafter in Südafrika abgaben, trägt die Handschrift des Trainers. Deswegen ist es nur folgerichtig, dass er weitermacht und seinen ganzen Stab auch künftig an seiner Seite weiß. Deutschland ist ein Fußball-Land, Löw ein Perfektionist. Der DFB wäre dumm gewesen, die Symbiose aus Begeisterung und strategischer Klugheit nicht weiter zu nutzen. Probleme mit Sportdirektor Sammer sind vergessen, Streitereien wegen zu hoher finanzieller Forderungen spielen vorerst keine Rolle mehr. Der DFB-Coach kann schalten und walten, wie er will. Seine Machtposition ist gestärkt, seine Popularität auf dem Höchststand.

Löws Vertragsverlängerung ist von höchster nationaler Bedeutung. Dies könnte eigentlich nur noch durch den Rücktritt von ganz wichtigen Politikern getoppt werden. So haben sich die Werte verschoben. Der Fußball regiert in Deutschland, alles andere ist Nebensache.

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