Neue Osnabrücker Zeitung

Neue OZ: Kommentar zu Geiseldrama im Golf von Guinea

Osnabrück (ots) - Gebeutelte Seefahrt

Das Geiseldrama im Golf von Guinea wirft ein Schlaglicht auf die teils prekäre Sicherheitslage auf den Weltmeeren: Machten bislang Kaperfahrten somalischer Banden vor der Ostküste Afrikas Schlagzeilen, mehren sich seit Monaten auch vor der Küste Nigerias die Hiobsbotschaften.

Für die Schifffahrt ist die Piraterie ein ernstes Problem. Deutsche Reeder müssen höhere Ausgaben für Versicherungen und längere Routen in Kauf nehmen. Das trifft eine Branche hart, die durch die Weltwirtschaftskrise ohnehin stark gebeutelt ist. Dass immer mehr Reeder auf gefährdeten Routen private Sicherheitsdienste anheuern, ist nicht unproblematisch. Es dürfte sich aber als wirksamster Schutz erweisen. Allein Vertrauen in NATO und EU zu setzen wäre naiv. Schließlich sind weder die US-Amerikaner noch die Europäer in der Lage, die Meere vollständig abzusichern. Sie stehen gleichwohl in Abstimmung mit der UNO in der Verantwortung, freie Handelswege zu gewährleisten. Die Durchsetzung internationalen Rechts mit polizeilichen Mitteln liegt auch im deutschen Interesse.

In einer Gesamtstrategie im Kampf gegen die Piraterie müssen natürlich die betroffenen Länder in den Fokus der Bemühungen rücken. Während Somalia ein hoffnungsloser Fall ist, gibt es in Nigeria zumindest ein Minimum an Staatlichkeit. Gelänge es, die Zahl der Überfälle einzudämmen, wäre schon viel erreicht.

Pressekontakt:

Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: 0541/310 207
Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Neue Osnabrücker Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren: