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Neue OZ: Kommentar zu Unternehmen
Deutsche
Telekom

Osnabrück (ots) - Beweis des Unvermögens

Allein mit juristischen Mitteln lässt sich eine Affäre wie diejenige der systematischen Bespitzelung von Kritikern durch Mitarbeiter und Beauftragte der Deutschen Telekom nicht aufarbeiten. Die ehemaligen Topmanager Ricke und Zumwinkel mögen das Fehlen von Beweisen für ihre Beteiligung an dieser Affäre als Beleg größtmöglicher Unschuld für sich werten. Letztlich ist dies aber nur ein Beweis des Unvermögens der Justiz.

Ein besseres Wissen um Wirklichkeit und Hierarchie in einem Großunternehmen als Staatsanwälte hat die Deutsche Telekom selbst. Sie hält nämlich an ihren Schadenersatzforderungen gegen Ricke und Zumwinkel in Höhe von jeweils einer Million Euro fest. Denn es ist schlicht und einfach unvorstellbar, dass sich mittlere Angestellte des Konzerns, die nun angeklagt werden sollen, aus eigenem Antrieb und ohne Druck von oben an das Ausspähen von Gewerkschaftern, Aufsichtsratsmitgliedern und Journalisten gemacht haben.

Beim Umgang mit Medien tut sich die deutsche Justiz ohnehin schwer. Um einen BKA-Informanten zu ermitteln, haben Potsdamer Staatsanwälte im Jahr 2005 Redaktionsräume des Magazins "Cicero" durchsucht - illegal, wie hinterher das Bundesverfassungsgericht feststellte. Von solchem Ehrgeiz waren ihre Bonner Kollegen zum Glück für die wahren Urheber der Telekom-Affäre nicht beseelt.

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