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Neue OZ: Kommentar zu Energie

Osnabrück (ots) - Unter Zugzwang

Für die Umwelt sind es gute Nachrichten, die Deutschlands größter Kohleverstromer RWE jetzt in Hamburg verkündete. Aus der Irischen See, wo bekanntlich steife Brisen herrschen, soll der bislang teuerste Windpark der Welt schon in drei Jahren den ersten Strom liefern. Projekte wie diese sind nicht allein aus Sicht von Öko-Schwärmern alternativlos. Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko führt derzeit aller Welt vor Augen, welche Risiken die Ausbeutung fossiler Brennstoffe zur Energiegewinnung in sich birgt. Von Kriegen, die um den Zugang zu solchen Ressourcen schon geführt wurden und werden, ganz abgesehen.

Der einstige Strom-Monopolist RWE hat es allerdings auch nötig, solche guten Nachrichten wie die jetzige in die Welt zu setzen. Denn in Sachen erneuerbare Energien ist er ein Nachzügler: Der Anteil der Stromgewinnung aus regenerativen Quellen in ganz Deutschland liegt bei fast 15 Prozent. Der RWE-Konzern hingegen krebst bei schwachen fünf Prozent herum.

Dies will RWE mit hohen Investitionen der Öko-Energiesparte Innogy ändern und steht dabei unter Zugzwang. Denn nach der Abwahl von Schwarz-Gelb in Nordrhein-Westfalen dürfte das Drängen des Konzerns auf längere Laufzeiten für Atomkraftwerke bei der Bundesregierung auf noch mehr Widerstand stoßen. Allerdings sind es vor allem große AKW-Betreiber, die Investitionen für milliardenteure Windparks auf hoher See stemmen könnten. Auch das muss die Politik berücksichtigen.

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