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Neue OZ: Kommentar zu Fußball
WM
Kriminalität

Osnabrück (ots) - Unbequeme Fragen

Wer kurz vor der Fußball-Weltmeisterschaft auf die Gefahr von Wettmanipulation hinweist, hat Aufmerksamkeit sicher. Dabei sind die WM-Endrundenpartien in Südafrika weit weniger anfällig dafür als viele andere Spiele. Denn die internationale Wettmafia scheut in der Regel die ganz großen Ereignisse; ihre Betrügereien sind bei eher unscheinbaren Spielen viel besser vor kontrollierenden Blicken geschützt.

Doch es wäre falsch, die Warnungen der Deutschland-Chefin einer anerkannten Organisation wie Transparency zu ignorieren. Wettmanipulationen sind ein lukrativer Zweig der organisierten Kriminalität, dem Staat und Sport bisher eher ratlos begegnen.

Verbände und Vereine brauchen Strategien der Vorbeugung, die bis in die Vereine reichen müssen und nicht bei der Beobachtung der Wettmärkte aufhören dürfen.

Auch aus anderen kritischen Feldern - Doping, Verschuldung, Spielerhandel -weiß man, dass es dem Profisport oft an der Kraft zur grundsätzlichen Selbstreinigung fehlt. Der Zweck heiligt allzu oft die Mittel, nicht nur auf dem Rasen.

Da darf man dem mächtigen König Fußball zumindest mal ein paar unbequeme Fragen stellen. Mehr ist angesichts seiner globalen Regentschaft offenbar ohnehin nicht drin.

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