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Neue OZ: Kommentar zur CDU

Osnabrück (ots) - Nicht nur eine Personaldebatte

Konservativ, liberal, christlich-sozial: So beschreiben Christdemokraten gerne die drei Flügel ihrer Partei. Während Angela Merkel als liberal gilt, schrumpft und schrumpft der konservative Anteil. Das ist schon seit der Wiedervereinigung so, und die ohnehin in Teilen der Partei vorhandene Unzufriedenheit darüber wird nun wieder größer werden. Denn mit dem überraschenden wie respektablen Abgang Roland Kochs hat sich dieser Schrumpfungsprozess noch verstärkt.

Sonderlich beliebt war der scheidende hessische Ministerpräsident zwar nie, und doch hinterlässt er innerparteilich eine Lücke. Welches Gewicht der stellvertretende Parteivorsitzende und anerkannte Finanzpolitiker in der CDU hat, zeigt auch die neu aufgeflammte Personaldiskussion über einen Nachfolger. Es fällt auf, dass dabei vorrangig Namen von Landespolitikern in den Ring geworfen werden, etwa Stefan Mappus und Stanislaw Tillich, aber nur am Rande Bundespolitiker Erwähnung finden.

Diese Personaldebatte innerhalb der Union erweckt den Eindruck, als gehe es vorrangig um einen Ersatz für Koch. Doch dahinter steckt bei so manchem Christdemokraten wohl deutlich mehr: der Wunsch nach einem stärkeren Profil in vielen Politikfeldern, nach klareren Konturen der Union, auch damit die Wähler wieder wissen, wofür die Partei überhaupt steht.

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