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Neue OZ: Kommentar zu Thailand
Konflikte

Osnabrück (ots) - Selbst die Ruhe trügt

Viel wäre gewonnen, fände Thailand zu einer Waffenruhe. Allein, selbst in diesem - leider unwahrscheinlichen - Fall bliebe die Ruhe trügerisch. Denn zwischen Scharfschützenstellungen und Barrikaden im Zentrum der Hauptstadt Bangkok wird ja ein Konflikt um Grundsätzliches ausgetragen und nur vordergründig um Demonstrationsrecht und Wahltermin.

Wie werden in diesem Land Macht und Reichtum verteilt? Das ist der Streitpunkt. Der wirtschaftliche Aufschwung in den vergangenen 20 Jahren ist an zwei Dritteln der Bevölkerung vorbeigegangen. Dieser Missstand befeuert die tödlichen Spannungen ebenso wie die schmalbrüstige Berechtigung der Regierung zum Regieren. Sie hat Ende 2008 unter putschartigen Umständen die Macht ergriffen.

Doch ihr allein die Schuld zu geben griffe zu kurz. Der 2006 von den alten Unternehmer- und Militär-Eliten des Landes gestürzte Regierungschef Thaksin Shinawatra mimt bis heute den Rächer der Enterbten und stachelt seine rot behemdeten Anhänger auf. Dabei haben seine fünf Regierungsjahre das Einkommen der armen Bevölkerungsmehrheit kaum gemehrt, seinen schon zuvor enormen Reichtum aber sehr.

Zwischen diesen Polen wird Thailand ohne Vermittlung kaum einen Weg finden zu halbwegs demokratischen und stabilen Verhältnissen. Daher ist es ein Alarmzeichen, dass die Regierung das Schlichtungsangebot des UNO-Generalsekretärs im Handumdrehen ausgeschlagen hat.

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