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Neue OZ: Kommentar zu Kirchen
Kirchentag

Osnabrück (ots) - Protestantisches Profil

Der zweite Ökumenische Kirchentag war sehr von einem protestantischen Selbstbewusstsein geprägt. Das lag zum einen daran, dass evangelische Teilnehmer die Mehrheit stellten, denn Christentreffen sind im Protestantismus traditionell stärker verwurzelt.

Zum anderen gaben gerade prominente evangelische Persönlichkeiten wie Margot Käßmann und Kirchentagspräsident Eckhard Nagel der Veranstaltung ihr Profil. Nicht allein mit ihren Forderungen nach einem gemeinsamen Abendmahl erweckten sie den Eindruck, als wollten sie ihre Konfession als modernere Variante des Christentums präsentieren. Die katholische Kirche und deren Bischöfe standen dagegen in München in der Defensive, gerade wegen der anhaltenden Missbrauchsdebatte. Wiederholt mussten sie sich Rufe nach grundlegenden Reformen anhören.

Trotz aller konfessionellen Unterschiede war der Kirchentag jedoch vor allem ein Fest des Glaubens, in dem auch um politische Zukunftsfragen gerungen wurde. In vielen Begegnungen kamen sich Christen näher. Und es zeigte sich, dass mit Ökumene nicht allein Protestanten und Katholiken gemeint sein dürfen. Mehr denn je haben die Veranstalter andere Glaubensgemeinschaften eingebunden, vor allem die Orthodoxen, aber auch Muslime, Juden und kleinere Gruppierungen. Diese Ausweitung hat dem Ökumenischen Kirchentag gutgetan.

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