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Neue OZ: Kommentar zu Kultur
Kunst
Auktionen
Picasso

Osnabrück (ots) - Stabiler als der Euro

Sehen wir die Sache sportlich. Dann hat Picasso nicht nur einen neuen Fabelrekord im schmalen Spitzensegment irrwitzig hoher Auktionserlöse aufgestellt, sondern auch den gerade gekürten Spitzenreiter Giacometti in atemberaubend kurzer Zeit entthront. Aber vielleicht können wir die Sache nicht sportlich sehen, sondern haben nur Augen für eine skandalös hohe Zahl. 106 Millionen Dollar. Für ein Bild. Gleichzeitig kollabiert mit Griechenland ein Staat unter der Last seines Defizits. Der Kulturszene geht ohnehin das Geld aus, ganz gleich wo.

Aber spielt das eine Rolle? Natürlich nicht. Der Kunstmarkt setzt seine Preise selbst. Die unaufhaltsam nach oben schnellenden Zahlen der Verkaufsrekorde zeigen vor allem eines - dass der ideelle Wert großer Kunst gegenwärtig explodiert. Bilder großer Meister sind von stabilerem Wert als die meisten Währungen, Euro inklusive. Deshalb fließt so viel Geld in die Kunst. Das gilt allerdings nur für ihre klassischen Positionen. Rekordwerte markieren Künstler mit sicherem Museumsrang. Es geht nicht allein um künstlerische Güte. Das wahre Gütesiegel vergibt die nach wie vor wichtigste Institution im Betriebssystem Kunst. Die superreichen Bieter begeistern sich für Kunst, die sie aus den besten Museen der Welt kennen. So einfach ist das.

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