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Neue OZ: Kommentar zu EU
Griechenland

Osnabrück (ots) - Man fühlt sich überfallen

Es kommt, wie man es von Beginn an befürchten musste. An schneller Hilfe der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) für das am Rande der Staatspleite taumelnde Griechenland führt kein Weg mehr vorbei, will man das Jahrhundertprojekt Euro retten. Und Deutschland als wirtschaftsstärkste Nation in Europa wird den Hauptbeitrag dazu leisten müssen.

Gewiss ist der größte Nettozahler in die EU-Kassen mit seiner Exportstärke auch der größte Nutznießer der gemeinsamen Währung. Doch die Vehemenz, mit der internationale Institutionen wie IWF, EU-Kommission und Europäische Zentralbank (EZB) nun schnellen Beistand aus Berlin für Athen verlangen, hat etwas Überfallartiges an sich.

Da verwundert es kaum, dass sich die Bürger innerlich sträuben. Wo waren die genannten Institutionen, als es darum ging, die Einhaltung der Euro-Stabilitätskriterien zu überwachen? Und haben die Regierenden einschließlich der Kanzlerin nicht noch vor Tagen den Eindruck erweckt, die Griechenland-Krise ließe sich ohne Geldströme allein mit Psychologie bewältigen?

Von solchen Fehlern versucht die Politik mit Kritik am Spekulantentum abzulenken. Doch auch hier hätte sie nach der Bankenkrise zügig handeln und Gewinne - etwa mittels Börsenumsatzsteuer - abschöpfen können. Jetzt soll wieder der Steuerzahler bluten, und das wird er sich womöglich nicht noch einmal gefallen lassen.

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