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Neue OZ: Kommentar zu Afghanistan
Bundeswehr

Osnabrück (ots) - Truppe im Wandel

Entwickelt sich die Bundeswehr zu einer "Unterschichtenarmee" mit überdurchschnittlich vielen Ostdeutschen, wie Experten warnen? Wer in einer Region mit einer Arbeitslosenquote von 20 Prozent aufwächst, kann sich vor die Wahl zwischen Hartz IV und dem Krieg am Hindukusch gestellt sehen. Oder: Wer entscheidet sich für Kampf und Todesgefahr, wenn er an eine Universität gehen kann? Mal von Idealisten und Abenteurern abgesehen, ist die Gruppe mittlerweile recht überschaubar, wie Statistiken belegen.

Die Bundeswehr befindet sich im Wandel. Durch den faktischen Wegfall eines sinnvollen Wehrdienstes wird die Truppe immer weniger dem Bild des Bürgers in Uniform gerecht. Letztlich wird sie schleichend zu einer Berufsarmee umgeformt, wie sie die USA und Großbritannien seit Langem haben.

Während sich dort die Generäle überwiegend aus traditionsreichen Offiziersfamilien rekrutieren, stellt die Unterschicht tatsächlich den Großteil der niedrigeren Ränge. Finanzielle und soziale Sicherheit, Bildungsmöglichkeiten und gesellschaftliche Aufstiegschancen stellen attraktive Angebote dar - vor allem für Jugendliche aus sozialen Brennpunkten. Das birgt Chancen, aber auch Risiken. Zudem stellt sich eine moralische Frage: Ist es gerecht, wenn die der Front fernbleiben, die es sich leisten können?

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