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Neue OZ: Kommentar zur EZB und die Eurozone

Osnabrück (ots) - Farbe bekennen Politisch unabhängig soll sie sein, und vor allem dem Geldwert verpflichtet. Doch gestern hat die Europäische Zentralbank (EZB) demonstriert, wie sehr sie ein Teil des Krisenmanagements zur Rettung der Eurozone geworden ist. Dabei sind EZB-Präsident Jean-Claude Trichet und seine Mitstreiter mit ihrem Latein am Ende. Ihre Feststellung, Griechenland sei weit von einer Staatspleite entfernt, überzeugt nicht. Wie es in Wirklichkeit aussieht, lässt sich eher daran ermessen, dass Athen für kurzfristige Staatsanleihen das 20-Fache der sonst in Europa üblichen Zinsen zahlen muss. Der Notfallplan zur Griechenland-Hilfe, den Europas Staats- und Regierungschefs Ende März zwar beschlossen, aber bisher aus naheliegenden Gründen nicht konkretisiert haben, wird nun wohl in die Tat umgesetzt werden müssen. Man mag die Spekulation gegen das schwache Eurozonen-Mitglied Griechenland noch so verteufeln, doch letztlich ist sie es, die Politiker in allen Hauptstädten der Währungsunion jetzt dazu zwingt, Farbe zu bekennen. Was das aus deutscher Sicht bedeutet, zeigt sich am Bestreben Angela Merkels, den Internationalen Währungsfonds mit ins Boot zu nehmen. So will die Kanzlerin die finanziellen Belastungen für deutsche Steuerzahler und Wähler verringern. Doch wichtiger wäre es, bei allem Streben nach Haushaltskonsolidierung auf einen gleichgerichteten Kurs in Europa zu achten. Pressekontakt: Neue Osnabrücker Zeitung Redaktion Telefon: 0541/310 207 Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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