Neue Osnabrücker Zeitung

Neue OZ: Kommentar zu Einzelhandel
Mindestlohn
Lidl

Osnabrück (ots) - Vom Saulus zum Paulus? Vom Saulus zum Paulus? Das werden sich viele Zuschauer von TV-Talksendungen fragen, weil nun ausgerechnet der Discounter Lidl mit einem Vorstoß für Mindestlöhne Schlagzeilen macht. Wie kaum ein anderes Unternehmen der Einzelhandelsbranche ist Lidl in den vergangenen Jahren für seinen Umgang mit Mitarbeitern von Gewerkschaftern medienwirksam kritisiert worden. Ob berechtigt, wie man es bei der Bespitzelungsaffäre annehmen darf, oder nicht: Am Ruf hat das alles gewaltig gezehrt. Vielleicht ist auch das ein Grund, warum Discountern wie Lidl der Wettbewerb derzeit scharf ins Gesicht bläst. Denn eigentlich müsste ihnen die Wirtschaftskrise in die Karten spielen, müsste die "Geiz-ist-geil-Mentalität" wieder kräftig neu entfachen. Doch tatsächlich haben Lidl, Aldi & Co. ihren Marktanteil 2009 erstmals seit 50 Jahren nicht steigern können. Und das trotz heftigster Preiskämpfe, die Lieferanten wie die Milchbauern auf die Barrikaden trieben. Es muss also nicht allein die Sorge ums Firmenimage sein, die das Management von Lidl zu seinem Mindestlohn-Vorstoß gebracht hat. Möglicherweise ist es auch die Erkenntnis, dass es wie bisher nicht weitergehen kann. Allerdings ist Lidl keine Tarifpartei - und die Branche von einer gemeinsamen Meinung zu diesem Thema weit entfernt. Da lassen sich Bekenntnisse zu fairer Entlohnung recht gefahrlos aussprechen. Pressekontakt: Neue Osnabrücker Zeitung Redaktion Telefon: 0541/310 207 Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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