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Neue OZ: Kommentar zu Prozesse
Asylbewerber
Tod
BGH
Urteil

Osnabrück (ots) - Courage gefragt Ein Asylbewerber aus Sierra Leone verbrennt in seiner Ausnüchterungszelle, und die Justiz schaut weg? Dieser Vorwurf der Familie des Opfers steht im Raum, seit das Landgericht zwei Polizisten vor einem Jahr freisprach. Nicht nur für die Angehörigen war es ein höchst unbefriedigendes Urteil, weil es keine Antworten auf die quälenden Fragen nach dem Tod Oury Jallohs gab. War es ein tragischer Unfall, fatale Schlamperei oder gar dumpfer Rassismus? Umso wichtiger ist das Machtwort des Bundesgerichtshofs, der auf eine lückenlose Aufklärung des Falles pocht und damit signalisiert: Die deutsche Justiz schaut genau hin, auch und gerade bei möglichem Fehlverhalten der Polizei. Die neue Verhandlung bietet die Chance, die Widersprüche und Kehrtwenden in den Aussagen der beteiligten Polizisten aufzuklären. So viel ist schon jetzt klar: Einen Beamten trifft zumindest der Vorwurf fahrlässigen Verhaltens, weil er den Alarm des Rauchmelders minutenlang ignorierte. Wer die Matratze in Jallohs Zelle anzündete - das gefesselte Opfer selbst oder ein Polizist -, wird aber nur zu klären sein, wenn die Beamten der Wache die Mauer des Schweigens durchbrechen. Die ganze Wahrheit muss auf den Tisch, um schweren Schaden für das Ansehen der Polizei und des ganzen Landes zu verhindern. Courage, nicht falsch verstandener Korpsgeist ist gefragt. Pressekontakt: Neue Osnabrücker Zeitung Redaktion Telefon: 0541/310 207 Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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