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Neue OZ: Kommentar zu Terrorismus
Jemen

    Osnabrück (ots) - Weder Krieg noch neue Front

    Eröffnen die USA im Jemen eine neue Front im Anti-Terror-Kampf? Droht gar ein Krieg - als Reaktion auf den an Weihnachten glücklicherweise gescheiterten Anschlag auf ein US-Flugzeug? Beides lässt sich klar mit Nein beantworten.

    Eine Militärinvasion ist weder wünschenswert noch machbar. Und eine neue Front muss nicht eröffnet werden, denn diese existiert bereits seit Jahren. So verwundern die aufgeregten und überraschten Reaktionen in den USA und Europa über die Enthüllung schon ein wenig, dass der Fanatiker aus Nigeria im Jemen ein Terrortraining absolviert hat. Schließlich dürfte es kein Geheimnis sein, dass Kaida dort eine starke Basis unterhält. Zur Erinnerung: Der Anschlag auf das Kriegsschiff USS Cole in Aden erfolgte bereits 2000 - also lange vor Ground Zero! Die Zelle von Osama bin Laden, dem Saudi mit jemenitischen Wurzeln, ist seit dem stärker, nicht schwächer geworden.

    In der öffentlichen Wahrnehmung wird der Anti-Terror-Kampf zwar meist mit Afghanistan gleichgesetzt. Dabei erstrecken sich die Gegenmaßnahmen auch auf viele andere Länder wie Somalia und Pakistan. Die USA setzen hier auf Militär- und Entwicklungshilfe sowie auf Kommandoaktionen. Das Ziel: El Kaida darf keine sicheren Heimstätten in zerfallenden Staaten erhalten. Es gilt, ein zweites Afghanistan nach Taliban-Muster zu verhindern. Ein Kampf, der sich noch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte hinziehen wird.

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