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Neue OZ: Kommentar zu Umwelt
Klima

    Osnabrück (ots) - Schluss mit dem Schrottplatz

    Totgesagte leben länger. Noch vor wenigen Wochen galt die Klimakonferenz in Kopenhagen vielen politischen Akteuren - darunter auch Kanzlerin Merkel - als diplomatische Frühgeburt ohne Überlebenschance. Wie schnell sich das Blatt wenden kann, zeigen die vergangenen Tage.

    US-Präsident Barack Obama und nun auch Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao bringen erstmals mit konkretem Kurs gegen die Luftverpestung frischen Wind in die Verhandlungen. Dass Umweltschützer unzufrieden mit den Versprechen sind, mag ihr gutes Recht sein, ist aber zum Großteil auch einem Ritual geschuldet. Zwar geben die von Obama und Wen angekündigten Prozentmarken zur Senkung des CO2-Ausstoßes noch keinen Anlass zur Euphorie. Dennoch hat das Wort der beiden Supermächte Gewicht. Schließlich sind sie für zwei Fünftel der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich.

    Auch EU-Kommissionspräsident Barroso sollte sich mit Rüffeln für Obama zurückhalten und sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Anders als die USA hat die Europäische Union nämlich für ihre CO2-Bilanz prächtig vom Zusammenbruch osteuropäischer Schwerindustrie profitiert. Eines muss für die Debatten in Dänemark klar sein: Die Atmosphäre darf nicht länger Gratis-Schrottplatz für Kohlendioxid sein. CO2-Emissionen müssen teuer werden.

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