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Neue OZ: Kommentar zu Kabinett
Arbeit
Kurzarbeit

    Osnabrück (ots) - Auf dem Pulverfass

    Sigmar Gabriel schlägt sich gut in der Höhle des Löwen. Auf dem Arbeitgebertag gibt es sogar Beifall für den SPD-Chef ohne Berührungsängste. Vor allem als Gabriel überdimensionierte Dienstwagen kritisiert, die ihm wie "Viagra in Chrom" vorkämen, trifft er den Nerv krisengestresster Mittelständler. Eine Nummer kleiner, noch ernster - das ist der Grundton bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände.

    Vor einem Jahr noch Riesenapplaus für den CSU-Star Karl-Theodor zu Guttenberg als Wirtschaftsminister, gestern muss sich der FDP-Nachfolger Rainer Brüderle mit freundlichem Beifall begnügen. Ernüchterung ist eingezogen - die schwarz-gelbe Wunschregierung der Firmenchefs hat sich durch Endlos-Steuerstreit und ungedeckte Wachstumshoffnungen entzaubert.

    Gute Nachricht immerhin: Das Kurzarbeitergeld, ohne das in Deutschland eine halbe Million mehr Menschen ohne Job dastünden, will die Kanzlerin definitiv verlängern. Schlechte Nachricht: Von den Sozialabgaben kann der Staat die Arbeitgeber künftig nicht mehr befreien. Denn noch ist die Krise nicht ausgestanden, und schon droht die nächste Finanzblase zu explodieren. Die Kanzlerin macht aus dieser Sorge vor den Arbeitgebern keinen Hehl. Deutschlands Wirtschaftsführer sitzen erstaunlich gefasst auf dem Pulverfass.

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