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Neue OZ: Kommentar zum Verhältnis der Kirche zur Kunst

    Osnabrück (ots) - Vier Fäuste für ein Halleluja

    Der Papst definiert das Verhältnis der Kirche zur Kunst. Er spricht von "Freundschaft" und vom "klugen Gebrauch". Die Freundschaft wurde zwar bis in die 60er noch durch den Index getrübt. Den Hinweis auf den Nutzen aber kann man voll unterschreiben: Die Kunstgeschichte ist durchdrungen von der Mission und dem Repräsentationsbedürfnis der Kirche.

    Nun macht Benedikt XVI. die Kultur zur "Verkünderin der Hoffnung" - womit sie wieder Medium kirchlicher Sinnstiftung sein soll, diesmal im Sinne der Seelsorge. Es überrascht nicht, dass der Papst so denkt. Überraschend wäre es nur, wenn die Kunst nun tatsächlich alle Register des Negativen striche. Kunst ist nicht dazu da, gute Absichten zu erfüllen. Und gute Absichten machen keine Kunst. Das hätte der Papst sich noch in der Sixtinischen Kapelle von Terence Hill erklären lassen können. Der weiß nur allzu gut, dass seine "Vier Fäuste für ein Halleluja" nie in den Kanon kommen.

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