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Neue OZ: Kommentar zu Gesundheit
Ärzte

    Osnabrück (ots) - Schmidts auffälliger Termin

    Ulla Schmidt verhält sich allzu durchsichtig, wenn sie die rund 70 Millionen Kassenpatienten bei den Wartezeiten in den Arztpraxen besserstellen will. So wenige Tage vor der Bundestagswahl riecht dieser Vorstoß einer vertraglichen Verpflichtung der Mediziner förmlich nach Wahlkampf. Jahrelang hatte die Gesundheitsministerin Zeit, sich um dieses Thema zu kümmern, aber bisher ist außer Ermahnungen von ihrer Seite nichts passiert.

    Allerdings haben gesetzlich Versicherte tatsächlich Grund zum Ärger, wenn Privatpatienten im Vergleich zu ihnen bei der Terminvergabe deutlich bevorzugt behandelt werden, wie mehrere Studien belegen. Doch es stimmt auch, dass eine krasse Ungleichbehandlung längst nicht in jeder Facharztpraxis geschieht. Nicht überall wird der Patient am Telefon gefragt, ob er gesetzlich oder privat versichert ist.

    Schließlich haben es die Mediziner selbst in der Hand, ob sie den Unmut der Versicherten hervorrufen oder nicht. Fakt ist aber auch, dass sich viele Arztpraxen nur wegen der besseren Vergütung bei der Behandlung von Privatpatienten halten können. Um Neid zu mindern, ist nicht der Gesetzgeber gefragt. Zur Zufriedenheit der Patienten kann auch die ärztliche Selbstverwaltung einen wirksamen Beitrag leisten. Ebenso sind die gesetzlichen Krankenkassen gefordert, die Belange ihrer Mitglieder zu vertreten.

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