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Neue OZ: Kommentar zu Gräueltat von München

    Osnabrück (ots) - Die Rohheit der Gräueltat von München ist schockierend. Weil er den Raub einiger Euro vereitelte, musste ein 50-Jähriger sterben - kaltblütig erschlagen von den verhinderten Räubern. Wut über die Bluttat zweier Jugendlicher ist allzu verständlich, darf den Blick für die richtigen Reaktionen aber nicht verstellen.

    Mit den reflexartigen Rufen aus Bayern nach einem schärferen Jugendstrafrecht ist es jedenfalls nicht getan. Das Problem der Jugendgewalt lässt sich mit härteren Gesetzen kaum lösen. Wer ernsthaft um Fortschritte bemüht ist, sollte zum einen bei den jungen Intensivtätern ansetzen, zu denen offenbar auch die Schläger von München gehören. Diese Gruppe muss von den Behörden gezielter ins Visier genommen und von der Justiz konsequenter bestraft werden. Zum anderen gilt es, die Ursachen der Jugendgewalt besser zu bekämpfen. Wenn junge Menschen alle sittlichen und moralischen Hemmschwellen beiseite räumen, muss der Gesellschaft dazu mehr als 'Wegsperren' einfallen.

    Kriminologen sind sich seit langem einig, was zu tun ist: Mehr Hilfe und Kontrolle der Jugendämter in sozialen Brennpunkten ist ein zentraler Punkt. Denn wer in der Familie früh Gewalt erfährt, löst seine Probleme später auf dem Schulhof oder der Straße mit derselben Strategie. Daneben ist ein kluges Bildungssystem gefragt, das gerade in den Hauptschulen weniger Verlierer produziert, deren Frust sich oftmals in Gewalt entlädt.

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