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Neue OZ: Kommentar zu Afghanistan
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    Osnabrück (ots) - Steinmeiers Wunsch ist unerfüllbar

    Durch der Afghanen Wüste von täglich Mord und Totschlag tönt der Ruf des deutschen Außenministers: Es möge fair gewählt werden am Hindukusch. Frank-Walter Steinmeiers Wunsch ist aller Ehren wert. Allein, er bleibt unerfüllbar.

    Wie könnte diese Wahl fair verlaufen? Sie steht erstens unter dem Eindruck schlimmsten Terrors. Zweitens gibt es dabei in der Tat sehr wenig zu wählen. Wer zur Urne schreitet nach dem jüngsten Blutrausch der Terroristen, der braucht Heldenmut. Nun mangelt es gerade daran den Afghanen zuletzt. Aber die vielfach bewiesene Fähigkeit von Taliban und Konsorten, zwar nicht flächendeckend, doch fast an jedem beliebigen Punkt des Landes zuzuschlagen, macht das Risiko der Wähler unkalkulierbar.

    Selbst wenn das die Bereitschaft zur Stimmabgabe als einem Akt offener Auflehnung gegen den Terrorismus sogar noch anstacheln sollte, bliebe doch das zweite grundlegende Problem ungelöst: Zu wenige Afghanen haben nach der letzten Wahl die Erfahrung gemacht, dass das Ausüben demokratischer Rechte ihr Los gebessert hat.

    Es besteht kaum Aussicht, dass sich das mit dem morgen zur Wahl stehenden Spitzenpersonal ändern wird. Denn das zeichnet sich durch Unterstützung aus dem Westen aus, aber nur in Ausnahmefällen durch einen Hang zu Recht und Ordnung. Geschweige denn zu redlichem Regieren.

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