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Neue OZ: Kommentar zu Wahlen
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    Osnabrück (ots) - Rüffel für das Personal

    Stell dir vor, es ist Wahlkampf und keiner geht hin. Eine Horrorvision für SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier, der um jede Stimme ringen muss. Eine Ideallösung für Bundeskanzlerin Angela Merkel, die präsidial in Adenauers Luxuszug an die Macht rollen will. Durch gute Umfragen gestählt, lässt sie die Angriffe der SPD abperlen. Mit Aussitzen kennt sie sich aus.

    Aber es gibt via TV Rügen für das ungezogene Personal, als die Chefin aus dem Urlaub kommt. Gezielt trifft Merkel die Schwachstelle der SPD, als sie das mangelnde Feingefühl der Gesundheitsministerin moniert. Mit Dienstwagen nach Spanien und dazu noch Rechthaberei - Merkels Rüffel für die instinktlose Ulla Schmidt schmerzt den Kandidaten, der erkennbar hohe Ansprüche an sich selbst stellt.

    Steinmeiers Dilemma: Er braucht dringend mehr Aufmerksamkeit, hat aber erkannt, dass röhrende Reden à la Gerhard Schröder seine Sache nicht sind. Also stilisiert der SPD-Kanzlerkandidat einen Wahlkampf "jenseits der Rituale", der Inhalte gegen leere Floskeln setzt. Doch seine Rechnung geht nicht auf: In Zeiten der "Häppchen"-Informationen, die kein Nachdenken erfordern, landet ein 67-seitiger Deutschlandplan mit Jobplänen bis 2020 gern in den Schubladen. Zu anstrengend. Schade.

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