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Neue OZ: Kultur-Kommentar

    Osnabrück (ots) - Flatrate-Klassik?

    Neuer Boom für klassische Musik - wer hätte etwas dagegen? Zweifel wecken hingegen die Mittel, mit denen das Genre popularisiert wird. Denn dem Ziel einer Medienwirkung um jeden Preis wird alles untergeordnet. Während sämtliche Scheinwerfer auf Anna Netrebko gerichtet sind, geraten nicht nur andere Musiker völlig aus dem Blick.

    Auch die Frage nach künstlerischer Qualität wie nach dem Umgang mit der Musik selbst muss offenbar nicht mehr beantwortet werden. Gerade Opern taugen nur noch als Lieferanten jener Hit-Häppchen, die zu schnell konsumierbaren Recitals gruppiert werden. Flatrate-Klassik für alle und keinen? Noch einmal: Gegen das große Publikum ist nichts zu sagen. Wohl aber gegen eine Vermarktung, die ihren Gegenstand nicht fördert, sondern plündert.

    Prominente Stars gab es übrigens auch schon früher. Künstler von Maria Callas bis Yehudi Menuhin setzten allerdings auch Maßstäbe für Qualität. Wer weiß, was vom heutigen Starbusiness bleiben wird.

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