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Neue OZ: Kommentar zu Mexiko

    Osnabrück (ots) - Spuren der Anarchie

    Mexiko ist gezeichnet von Spuren der Anarchie. Eine Mafiagruppe, die wie "La Familia" mit äußerster Brutalität vorgeht und gar zu einem Parallelstaat aufruft, muss Sorge bereiten. Präsident Calderón steht der dramatischen Entwicklung in seinem Land hilflos gegenüber. Allein die Zahl von Einsatzkräften zu erhöhen, wird das Drogen-Geschwür nicht ausmerzen.

    Jetzt wird dem Staatschef ein Versäumnis zum Verhängnis, das er längst hätte anpacken müssen: Das Polizeisystem ist von innen verrottet. Viele der sogenannten Kontrolleure sind verwickelt in Kokain-Geschäfte - um so den kargen Monatslohn aufzubessern und ihren Familien ein besseres Leben zu ermöglichen. Wie dringend schnelles Handeln nötig wäre, zeigt der Blutzoll, den der Drogenkrieg in Mexiko Tag für Tag fordert. Im vorigen Jahr fielen ihm 9600 Menschen zum Opfer.

    Für Calderón steht viel auf dem Spiel. Die Tourismusbranche in dem bei Reisenden beliebten einstigen Azteken-Reich hat schon durch die Schweinegrippe arg gelitten. Der Krieg um Drogen fügt dem Image des Landes weiteren Schaden zu.

    Schuld am Übel sind aber auch die Dealer, vor allem in den USA. Nur weil dort die Nachfrage so groß ist, eskaliert die Gewalt in Mexiko. Für den Nordamerika-Gipfel bleibt viel zu tun.

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