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Neue OZ: Kommentar zu Carstensen

Osnabrück (ots) - Klarschiff vor der Wahl! Barschel, Engholm, Simonis - schleswig-holsteinische Ministerpräsidenten, die unwürdig aus dem Amt geschieden sind und dem Ruf des Landes geschadet haben. Setzt Carstensen die Serie fort? Die solide, ehrliche Haut, als die er sich gern präsentiert, hat hässliche Kratzer bekommen. Die könnten dafür sorgen, dass der sicher geglaubte Erfolg bei der Landtagswahl ausbleibt. Denn in Kiel scheint nicht etwa der geduldige Landesvater zu residieren, der seinen nervigen Koalitionspartner rauswirft, um seriös regieren zu können. Sondern offenbar ein Ignorant oder Trickser. In Sachen der von Staatsknete lebenden HSH Nordbank und der Millionen-Zahlung an ihren Chef hat Carstensen es jedenfalls mit der Wahrheit nicht so genau genommen. Weil er nicht recht im Bilde war? Wohl eher aus Berechnung. Er nährt so den Verdacht, dass die Koalitionskrise inszeniert und eine Neuwahl erzwungen wurde, bevor weitere unangenehme, teure Fakten über die Bank ans Licht kommen. So ein Kalkül darf nicht aufgehen. Hier sollte vor der Wahl Klarschiff gemacht werden. Nicht nur inhaltlich mit Blick auf die Bank, auch personell. Aber obwohl die CDU ihren Spitzenmann nur murrend erträgt: Den Mut, ihn abzulösen, hat sie wohl nicht. Er könnte sich freilich im Wahlkampf als Ballast für seine Partei erweisen - nicht nur in Schleswig-Holstein. Pressekontakt: Neue Osnabrücker Zeitung Redaktion Telefon: 0541/310 207 Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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