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Neue OZ: Kommentar zu EU
Finanzen
Wirtschaftskrise

    Osnabrück (ots) - Kein Verschleppen und Verharmlosen

    Kein Land soll schlechtgeredet werden. Das kommt dem Publikum vage bekannt vor. Denn so ähnlich hatte es bei den ersten Problemen der Banken auch geheißen - bevor die Krise zum Flächenbrand wurde.

    Was Merkel und Barroso nun sagen, ist ebenfalls verharmlosend. Zwar ist es zu einem Staatsbankrott ein weiter Weg. Nicht mal auf Island ist er eingetreten. Und doch sind die Probleme gravierend, die Risiken vorhanden. Allein die nach Osteuropa vergebenen Kredite westeuropäischer Banken bergen puren Sprengstoff für die Wirtschaft der Mutterländer. Es sind Subprimes auf europäische Art: keine fragwürdigen Gelder für Häuslebauer, sondern Darlehen in einst boomende, nun darbende Volkswirtschaften, deren realer Wert zum Bruchteil wird.

    Beschwichtigung ist da fehl am Platze. Dringend bedarf es der engen Beratung auf europäischer, besser globaler Ebene. Ein Verschleppen und Verharmlosen wie zu Beginn der Bankenkrise darf es nicht geben. Immerhin: Es ist kaum anzunehmen, dass die Politik die Lage verkennt. Abseits der Öffentlichkeit dürfte sie Hilfspläne längst vorbereiten. Dies aber genau zu wissen wäre weit beruhigender als das Schweigen darüber. Das dient dem Ziel der Angstvermeidung nur sehr eingeschränkt.

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