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Neue OZ: Kommentar zu Atom
Energie
Schweden

    Osnabrück (ots) - In weiter Ferne

    Schwedens Vorstoß ist natürlich Wasser auf die Mühlen der Atomlobby. Oder besser gesagt: Kühlwasser für neue Reaktoren. Die Kritiker der Kernkraft haben derzeit einen ungewöhnlich schweren Stand - trotz Booms bei den erneuerbaren Energien und imposanter Wachstumsraten etwa der Windkraft.

    Die Absage der Regierung Reinfeldt an den Atomausstieg dürften die Kernkraftgegner keineswegs, wie von Stockholm verkündet, als Zeichen der Hoffnung begreifen. Für sie ist der Schritt vielmehr ein Hindernis, das das Streben nach einer Versorgung mit regenerativer Energie und einer sicheren Welt in weite Ferne rückt: Frankreich fädelt gerade einen Deal mit Indien über die Lieferung von sechs Kernkraftwerken ein, Russland träumt von der weltweiten Wiedergeburt der Atomkraft - durch Zusammenarbeit mit dem Siemens-Konzern sowie dem Iran. Und das EU-Parlament votierte jüngst gegen einen Atomausstieg, um die Energieversorgung zu sichern.

    Bei so viel Euphorie gerät in Vergessenheit, dass das Restrisiko in einem Atommeiler immer auch der GAU sein kann. Dass in demokratisch instabilen Staaten wie Iran und Indien noch ganz andere Gefahren lauern. Dass Uran nicht für alle Zeiten reicht. Und dass die Meilerplaner keinen blassen Schimmer haben, wie der Atommüll entsorgt werden soll. Das überlassen sie lieber künftigen Generationen.

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