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Neue OZ: Kommentar zu Parteien
Grüne
Europawahl

    Osnabrück (ots) - Keine richtige Freude

    Eigentlich könnten die Grünen ganz zufrieden sein. Ein schöner Wahlerfolg in Hessen gibt Auftrieb, der Stabwechsel an der Spitze ist reibungslos verlaufen, und in der Partei herrscht ungewohnte Harmonie. Hinzu kommen akzeptable Umfragewerte, die den Sprung auf Platz drei im Parteiengefüge möglich erscheinen lassen, und eine Große Koalition, die genügend Angriffsfläche für konstruktive Oppositionspolitik bietet.

    Und doch können sich die Grünen nicht richtig freuen. Denn wie sie die Umfragen auch drehen und wenden: Es kommt keine realistische Machtperspektive für die Bundestagswahl im September heraus. Die Schwäche der SPD rückt im Fünfparteiensystem eine rot-grüne Mehrheit in illusorische Ferne. Auch eine Ampel mit Sozialdemokraten und Liberalen erscheint weniger wahrscheinlich als ein schwarz-gelbes Bündnis. Sie wäre angesichts der Erzrivalität zwischen Grün und Gelbblau ohnehin äußerst störanfällig.

    Für die Partei gibt es daher nur eine Lösung: ohne auf irgendwelche Machtoptionen zu schielen ihren Weg zu gehen. Ein solch eigenständiger Kurs hat sich jüngst in Wiesbaden bewährt. Und auch mit ihrem Delegiertentreffen starten die Grünen vielversprechend ins neue Jahr: Sie zeigen damit, wie sehr ihnen das Thema Europa am Herzen liegt - vielleicht mehr als mancher anderen Partei.

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