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Neue OZ: Kommentar zu Unternehmen
Commerzbank

    Osnabrück (ots) - Großbankier Staat

    Stärke ist relativ. Das lernt nun die Commerzbank, die sich noch vor wenigen Monaten als der große Sieger im Übernahmekampf um den Rivalen Dresdner Bank fühlen durfte. Doch die Risiken dieses Zukaufs in Zeiten der Finanzkrise wurden weit unterschätzt. Folglich kann der Bund bald als größter Aktionär den Kurs bei Deutschlands zweitgrößter Bank maßgeblich mitbestimmen. Diese klare Konsequenz aus dem Desaster der ungeregelten Finanzmärkte ist zu begrüßen. Wenn das Bankensystem und die Wirtschaft nur mit seinen Milliarden zu retten sind, muss der Steuerzahler mitreden dürfen, wie dies geschieht.

    Das sieht man heute sogar in Großbritannien und Amerika so. Aber die Abkehr vom Marktliberalismus angelsächsischer Prägung bringt für die Politik noch so manches Problem mit sich: Den Deutschen wird man etwa kaum noch erklären können, warum ihre Staatsbahn unbedingt privatisiert gehört, wenn sich der Bund als Großbankier betätigt. Bei den Beschäftigten von Dresdner und Commerzbank weckt der Staat mit seinem Einstieg zudem neue Hoffnungen auf Arbeitsplatzsicherheit. Die aber kann er unmöglich alle erfüllen, wenn er seine Milliarden wiedersehen und die neue Bank wirklich stark machen will.

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