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Neue OZ: Kommentar zu Kunst-Provokateur Santiago Sierra

    Osnabrück (ots) - Spiele mit den Nerven

    Santiago Sierras "Todeszähler" ist etwas für ganz starke Nerven - vor allem für jene, die ihn in London täglich vor Augen haben. Naturkatastrophen, Flugzeugabstürze, Kriegs- und Terrorhandlungen: Sie müssten das Zählwerk eigentlich plötzlich vorwärtsrattern lassen - eine grausige Vorstellung. Vermutlich will der meist aufklärerische Künstler auf den Wert des menschlichen Lebens unabhängig von seinem Geld- und Versicherungswert hinweisen.

    Die Frage ist nur, ob solche numerischen Spiele mit dem Tod wirklich positiv sensibilisieren, oder ob sie mit ihrer abstrakten Unbarmherzigkeit nur abstoßen. Millionenfach dokumentierter Schrecken hilft nicht unbedingt der Moral auf die Beine, wie wir von den täglichen Nachrichten wissen. Aber vielleicht kommt es Sierra ja auf einen Versuch an.

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