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Neue OZ: Kommentar zu Konjunktur
Jobgarantie

    Osnabrück (ots) - Löcherige Garantien

    Welch schönes Ziel: Angela Merkel will bei bedeutenden Konzernen auf Jobgarantien drängen. Das klingt gut in wirtschaftlich schweren Zeiten, in denen viele Menschen verunsichert sind. Doch leider muss vor allzu großen Hoffnungen gewarnt werden.

    Denn auf betriebsbedingte Kündigungen dürften nur jene Unternehmen verzichten, die bereits Beschäftigungspakte abgeschlossen haben. Hinzu kommt, dass lediglich von den Stammbelegschaften die Rede ist, nicht aber von der großen Zahl der Zeitarbeiter. Überdies wird vielerorts schon mit so schlanker Mannschaft produziert, dass ein weiterer Personalabbau (vorerst) nicht zur Debatte steht. Und schließlich sind der Wirtschaft mit der verlängerten Zahlung des Kurzarbeitergeldes goldene (Beschäftigungs-)Brücken gebaut worden.

    Dennoch ist die Diskussion um Jobgarantien nicht völlig sinnlos. Denn sie lenkt den Blick auf die Beschäftigten und ihre Schicksale - auf jene also, die allzu oft nur als Kostenfaktoren gesehen werden. Die aktuelle Debatte wird damit um eine wichtige ethische Facette reicher. Wirklich entscheidend aber sind andere Faktoren: Investitionsfreude der öffentlichen Hand, bessere steuerliche Rahmenbedingungen für Produzenten und Verbraucher, aber auch besonnene Gewerkschafter sowie Männer und Frauen mit unternehmerischem Mut.

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